Informationen für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger


Auf dieser Seite möchten wir Ihnen erklären welche Vorteile (1) Ihnen diese Art zu Heizen bringt und wie aus Biogas Wärme (2) für Ihr Zuhause entsteht.

 

(1) Ihre Vorteile durch den Anschluss an das Nahwärmenetz

> Dadurch, dass Sie Wärme aus nachwachsenden Rohstoffen beziehen, erhalten Sie langfristig sichere und kalkulierbare Preise unabhängig davon, welche Kapriolen der Energiemarkt schlägt. Das liegt daran, dass wir nicht abhängig vom Weltmarkt des Erdgases und Erdöles sind. Der Preis der Wärme kann erst erhöht werden, wenn die gesamte Genossenschaft dies beschließt. Jeder Wärmeabnehmer ist Teil dieser Genossenschaft und kann mit abstimmen.

> Durch das Verwenden von Pflanzen und Gülle als Energiequelle, bedienen Sie sich einer klimafreundliche Wärmequelle. Pflanzen benötigen Kohlenstoffdioxid zum Wachsen, welches zum Treibhauseffekt und damit zur Erderwärmung beiträgt. Gülle als anfallendes Abfallprodukt dient als Energiequelle und stinkt als vorteilhafter Nebeneffekt weniger. Hinzu kommt, dass bei Nahwärme als Energiequelle lange Transportwege, wie es bei Erdöl oder Ergas der Fall ist, entfallen. Außerdem müssen Erdöl und Erdgas mit immer aufwendigeren Methoden (Beispiel "Fracking") gewonnen werden, da die Vorräte knapper werden.

> Durch den Anschluss an das Nahwärmenetz entfällt ihre eigene Wärmequelle. Wir liefern direkt heißes Wasser zu Ihnen ins Haus. Hinzu kommt, dass beim Gas- und Erdölpreis jeweils eine KWh "im Rohzustand" kalkuliert wird. Bei der Verbrennung entstehen Verluste. Wenn Sie Nahwärme beziehen, wir das Gas bereits bei uns im Motor verbrannt und Sie bezahlen daher nur das was sie wirklich verbrauchen.

> Dadurch, dass Sie keine eigene Wärmequelle mehr haben, entfällt ebenso ihre Kaminreinigung.

> Da wir nur Wasserleitungen verlegen, besteht für Sie ein geringeres Risiko durch Gasexplosionen.

> Wir garantieren Wärme zu jeder Zeit und bauen eine Rückfallebene ein! Dadurch, dass wir einen Öl-Gas-Brenner und einen Heizöltank einbauen, der bei Ausfall der Biogasanlage für die nötige Wärme sorgen kann, besteht für Sie kein Risiko einmal nicht mit Wärme oder warmem Wasser versorgt werden zu können.

> Sobald Sie als Wärmeabnehmer in die Energiegenossenschaft Gussenstadt eingetreten sind, sind Sie am geschäftlichen Erfolg der Energiegenossenschaft Gussenstadt beteiligt. Dies erfolgt über Rückvergütung und Dividende. Das Kapital bleibt also im Ort.

> Wir finanzieren das gesamte Wärmenetz bis zur Wärmeübergabestation.

 

Denken Sie über diese Alternative nach und wagen Sie den Schritt in eine nachhaltige Zukunft!

 

(2) Wärme für Ihr Zuhause - vom Biogas bis zur "warmen Stube"

 Wie wird aus Biogas Strom und Wärme?

Das Biogas aus der Biogasanlage kann in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) verbrannt werden. Dabei entsteht Strom und Abwärme.

 

 

 

Wie kommt die Wärme in Ihr Haus?

Bei vielen Biogasanlagen wird die Abwärme einfach an die Luft abgegeben und geht dadurch ungenutzt verloren. Bei uns wird die Abwärme über ein isoliertes Doppelrohrleitungsnetz in Form von ca. 90 °C heißem Wasser (Vorlauf) zu den einzelnen Wohnhäusern transportiert. Dort wird die Wärme mit Hilfe eines Wärmetauschers (Wärmeübergabestation) an das bereits vorhandene Wärmenetz (Heizungssystem) des Hauses übergeben. Dabei wird immer nur soviel Wasser erwärmt wie zum aktuellen Zeitpunkt gebraucht wird. Das auf ca. 60 °C abgekühlte Wasser (Rücklauf) wird wieder zum BHKW zurückgeführt, wo der Kreislauf von neuem beginnt.

 

a) Entstehung der Abwärme im BHKW: 

Kaltes Wasser fließt am Motor des BHKWs vorbei. Da der Motor bei der Verbrennung des Biosgases warm wird und somit Abwärme produziert, wird das Wasser aufgeheizt. Gleichzeitig wird der Motor dabei gekühlt. Der Motor treibt dabei einen Generator an, der Strom produziert. Der Strom kann kontinuierlich ins Stromnetz eingespeist werden.

 

b) Transport der Wärme in Ihr Haus: 

 

Durch das Nahwärmenetz wird das vom Motor des BHKW aufgeheizte Wasser zu den Haushalten und der Schule, dem Kindergarten und der Turnhalle gepumpt. Dort findet dann mit Hilfe eines Wärmetauschers ein erneuter Wärmeaustausch statt. In diesem Wärmeaustauscher fließt das kalte Wasser des Heizkreislaufs vom Wohnhaus an dem heißen Wasser vom BHKW vorbei und wird dabei aufgewärmt.

 

c) Welche Umbaumaßnahmen kommen auf Sie zu?

Um Nahwärme nutzen zu können, muss eine ca. 1,5 m2 große Wärmeübergabestation installiert werden. Die Kosten für das Rohrleitungssystem, das die Wärme bis zu den Häusern transportiert, und die Wärmeübergabestation werden von der Energiegenossenschaft übernommen. Außerdem sind ein Umschluss des Heizkreislaufs des einzelnen Hauses und ein hydraulischer Abgleich erforderlich. Damit auch das Verbrauchswasser eines Haushaltes erwärmt werden kann, ist zusätzlich ein Boiler nötig.

 

   

Wärmetauscher

 

Innenleben eines Wärmetauschers

Hier ist ein Wärmetauscher dargestellt, der bei der Besichtigung der Biogasanlage inkl. Nahwärmenetz in Großbardorf fotografiert wurde.

 

d) Wie verlässlich ist die Wärme aus dem Nahwärmenetz?

Basierend auf den Daten des Klimas von Gussenstadt in den letzten 50 Jahren und die dadurch benötigte Wärmeenergie, wurde zusammen mit einem Ingenieurbüro folgendes Wärmekonzept erarbeitet:

Wenn im Sommer wenig Wärme benötigt wird, reicht ein Motor zur Erzeugung von Gas und Wärme mit einer Leistung von 205 kW aus, um das Dorf mit Wärme für die Heizung und warmes Wasser zu versorgen. In der Übergangszeit wird ein zweiter Motor mit 400 kW die Wärme bereitstellen. Um die benötigte Wärme im Winter zur Verfügung zu stellen, werden beide Motoren mit insgesamt ca. 600 kW betrieben. Falls Spitzenlasten auftreten, wird mit einem Öl-Gas-Brenner zusätzlich Wärme erzeugt. Dieser Brenner dient zusätzlich als Rückfallebene. Wenn die Wärmeversorgung durch die Biogasanlage ausfallen würde, können mit diesem Brenner, der eine Leistung von 1200 kW erbringen kann, auch im Winter alle Wärmeabnehmer versorgt werden. Spitzenwasserverbräuche in den morgentlichen Stunden werden durch einen Pufferspeicher mit 60.000 l Wasser ausgeglichen.

  

 

© Energiegenossenschaft Gussenstadt eG